Fixieren von Gold- und Silberpuder

Bild von andrea

Hallo Ihr Lieben,

ich habe ein kleines Problem.

Ich gestalte sehr oft die noch feuchte Ölfarbe mit Gold- oder Silberpuder(eigentlich für Fimo gedacht).
Das Problem ist , wenn alles getrocknet ist kann man das Puder noch lange nicht anfassen. Es färbt nach wie vor ab, wenn man drüber streicht. Was ja auch logisch ist, schließlich liegt es nur auf.

Ich habe es mit Fixativ für Öl und Acryl versucht zu fixieren, hat nicht geklappt. Haarspray hab ich auch schon ausprobiert, ging genauso wenig.

Ich hätte noch Haftgrund für Blattmetall, aber da weiß ich leider nicht, wie sich das mit der Ölfarbe auf Dauer verträgt. Außerdem klebt dieser ja auch bis in alle Ewigkeit!

Schellack hab ich auch noch da stehen, aber ob das so gut ist? Eigentlich nehme ich es zum überlackieren für Blattmetall, da der Haftgrund wie gesagt nicht aufhört zu kleben!

Könnt Ihr mir weiterhelfen? Habt Ihr noch andere Ideen?

Lg, Andrea

Bild von artbody

Fixieren von Gold- und Silberpuder

Experimente gehören ebenso zur Kunst wie die Idee, weil sie Teil der Umsetzung der Idee selbst sind.

Im Prinzip gilt immer dass jeder chemische Prozess

trocknung von Farben

Veränderungen im Material hervorruft.

Hierbei treten unter anderem auch Spannungen in der Farbschicht auf.

Bei Ölfarbe z.B. wird Linolsäure oxidiert und die Farbe nimmt somit Sauerstoff auf.

Gleichzeitig verdunsten aber auch Terpentin... also ätherische Bestandteile. Bei dünnen Farbschichten alles kein Problem, aber wenn das dann mal 2mm überschreitet, entstehen Spannungen in der Farbe, was zu Stauchungen und später duch das verdunsten der tiefer liegenden ätherischen Öle zu rissen führt.

Das war z.B. ein grund warum manche Künstler wohlwissend ihren Farben Sande beigemengt haben.

So kommen wir zu verdunstend trocknenden Farben wie Acryl, Schellack usw.

Acryl ist sehr weich und gleicht dadurch die Spannungen so ziemlich aus.

Nicht so Schellack, es ist ein sprödes hartes Material.

und ein schnell verdunstendes Lösemittel

Noch schlimmer sind hier tierische Leime

Sie unterliegen einer Schrumpfung während des trocknens.

In dünnsten Schichten noch kein Problem, aber je dicker desto mehr tritt dieser Nachteil auf.

Auf Ölfarben kann das am Anfang der Zeit noch problemlos funktionieren, aber Ölfarben verspröden auch und dann kommt die enorme Oberflächenspannung von der Versiegelung schellack als negativer effekt dazu.

Kann also nach 10 oder 20 und späteren Jahren zu Rissen kommen

Farbhersteller versuchen hier immer bessere Systeme zu entwickeln und die einzelnen Komponenten aufeinander abzustimmen.

Grundierung - Farbe - Firnis

Das Bewusstsein ist wie ein kosmischer Bumerang,
kehrt man ihm dem Rücken zu erschlägt es einen.
lasst die Sterne tanzen
kreative Grüße
Achim

Bild von andrea

Fixieren von Gold- und Silberpuder

Vielen Dank für Deine Antwort.

Es ist kein echtes Goldpuder (leider). An die Korrosion hatte ich noch gar nicht gedacht!

Was Haftgrund genau ist, kann ich Dir leider auch nicht sagen. Auf dem Fläschchen steht nur "Haftgrund für Blattmetall" von Eberhard Faber.

Ich werde einmal auf Papier eine Versuchsreihe starten und testen, wie es am besten funktioniert.

Kann es denn auch sein, daß diese Risse erst viel später entstehen? Oder kann man so etwas nach zwei Wochen schon erkennen?

Das ist wieder typisch für mich! Immer erst machen und nachher denken! Oups

LG, Andrea

Liebe Grüße, Andrea

Bild von artbody

Fixieren von Gold- und Silberpuder

Ein liebes Hallo an dich

Haftgrund ???

kenne ich nicht, was ist das

Ich kenne nur das Anlegeöl vom Ölvergolden, was sicher auch mit Goldpuder gehen müsste.

Blattmetalle verarbeite ich im Normalfall mit Anlegeöl (12 Stunden)

kann auch auf Ölfarbe verwendet werden.

Goldpuder - ich geh mal von echt aus - da hättest du die Möglichkeit das eventuell mit Watte und/oder Leder leicht nachzupolieren um damit die 1000de übereinander liegenden losen Goldblättchen(microskopisch betrachtet) auf ein paar wenige zu dezimieren.

Bei unechten Metallen oder Silber wäre eine Versiegelung wegen eventueller Korrosion, ratsam

Problem ist hier allerdings auch das aufeinanderliegen der Blättchen, also auch hier erst mal polieren

Schelllack könnte funktionieren, aber kann zu Rissen in der Oberfläche der Ölfarbe, wenn diese dicker aufgetragen ist, führen, weil hier enorme Schrumpfung des Lackes auftritt, vor allem wenn dieser relativ unverdünnt aufgetragen wird.

Eventuell nach dem polieren mal mit normale Firnis für Ölgemälde einen Versuch machen.

Das Bewusstsein ist wie ein kosmischer Bumerang,
kehrt man ihm dem Rücken zu erschlägt es einen.
lasst die Sterne tanzen
kreative Grüße
Achim